Milchsäurebakterien

Stand: 6. Juli 2026 Magen & Darm

Milchsäurebakterien, fachlich als Laktobazillen und verwandte Gattungen bezeichnet, sind eine Gruppe von Bakterien, die Zucker zu Milchsäure vergären. Ihren Namen tragen sie wegen genau dieser Fähigkeit. Sie kommen natürlicherweise im Darm des Menschen und in fermentierten Lebensmitteln wie Joghurt, Sauerkraut oder Kefir vor.

Im Zusammenhang mit der Ernährung sind vor allem bestimmte Stämme von Interesse, die den Weg durch den Verdauungstrakt lebend überstehen und den Darm erreichen. Sie werden im Kontext der Darmflora und des Mikrobioms erforscht.

Steckbrief

Art
Bakterienkulturen
Bekannte Gattungen
Lactobacillus, Bifidobacterium und weitere
Natürliches Vorkommen
Darm, fermentierte Lebensmittel
Bezug
Darmflora, Mikrobiom
Häufige Kombination
Mit Ballaststoffen oder Vitamin D

Wirkung und Studienlage

Das Darmmikrobiom, die Gesamtheit der im Darm lebenden Mikroorganismen, ist ein sehr aktives Forschungsfeld. Untersucht werden Zusammenhänge zwischen der Zusammensetzung der Darmflora und verschiedenen Aspekten der Gesundheit, von der Verdauung über die Darmbarriere bis hin zur Kommunikation zwischen Darm und Gehirn.

Zu einzelnen Bakterienstämmen liegen wissenschaftliche Untersuchungen vor. Wichtig zur Einordnung: Die Wirkung ist stark stammspezifisch, das heißt, Ergebnisse zu einem bestimmten Stamm lassen sich nicht ohne Weiteres auf andere übertragen. Der Begriff Probiotikum gilt in der EU als gesundheitsbezogene Angabe und darf für Lebensmittel nicht als Werbeaussage verwendet werden. Entsprechend werden Produkte sachlich als Milchsäurebakterien oder Bakterienkulturen bezeichnet, ohne gesundheitsbezogene Versprechen.

Anwendung und Dosierung

Präparate mit Milchsäurebakterien werden als Kapseln, Pulver oder Tropfen angeboten. Die enthaltene Menge wird meist in koloniebildenden Einheiten (KBE) angegeben. Häufig werden mehrere Stämme kombiniert, teils zusammen mit Ballaststoffen als Nahrung für die Bakterien oder mit Vitamin D.

Damit die Kulturen den Darm lebend erreichen, spielt eine magensaftresistente Verarbeitung eine Rolle. Kuren erstrecken sich üblicherweise über mehrere Wochen. Halten Sie sich an die Verzehrempfehlung und die Lagerhinweise des Produkts, da manche Kulturen kühl gelagert werden sollten.

Sicherheit und Wechselwirkungen

Milchsäurebakterien aus Lebensmitteln und üblichen Präparaten gelten für gesunde Menschen als gut verträglich. Zu Beginn einer Einnahme können vorübergehend leichte Blähungen auftreten.

Bei stark geschwächtem Immunsystem, schweren Grunderkrankungen oder bei Menschen in intensivmedizinischer Behandlung sollte die Einnahme von Bakterienkulturen nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen. Im Zweifel, insbesondere bei bestehenden Erkrankungen des Verdauungstrakts, ist eine ärztliche Abstimmung sinnvoll.

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Häufige Fragen

Es sind Bakterien, die Zucker zu Milchsäure vergären. Sie leben natürlicherweise im Darm und in fermentierten Lebensmitteln wie Joghurt oder Sauerkraut und werden im Zusammenhang mit der Darmflora erforscht.

KBE steht für koloniebildende Einheiten und gibt an, wie viele vermehrungsfähige Bakterien ein Produkt enthält. Die Angabe findet sich üblicherweise auf der Verpackung.

Der Begriff Probiotikum gilt in der EU als gesundheitsbezogene Angabe und ist als Werbeaussage für Lebensmittel nicht zugelassen. Produkte werden daher sachlich als Milchsäurebakterien oder Bakterienkulturen bezeichnet.

Portrait Prof. Dr. med. Dr. phil. Martin Hörning

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Prof. Dr. med. Dr. phil. Martin Hörning

Arzt, Professor i.R. und Mitbegründer von sanitas

Seit 40 Jahren beschäftigt er sich intensiv mit den Themen Prävention, Gesundheitsförderung, Achtsamkeit, Longevity und Naturheilverfahren. In Herstelle führt er eine kleine Privatpraxis.

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