Ingwer wird in verschiedenen Traditionen vor allem im Zusammenhang mit Übelkeit und der Verdauung eingesetzt. Ein bekannter Anwendungsbereich der Erfahrungsheilkunde ist die Reiseübelkeit.
Ingwer
Ingwer (Zingiber officinale) ist eine tropische Pflanze, deren würziges Rhizom, die Ingwerwurzel, weltweit als Gewürz geschätzt wird. Für seinen typischen scharfen Geschmack sind vor allem die Scharfstoffe Gingerol und Shogaol verantwortlich.
Neben der Küche hat Ingwer eine lange Geschichte als traditionelles Heilmittel, unter anderem in der ayurvedischen und der traditionellen chinesischen Medizin. Verwendet wird er dort seit Langem im Zusammenhang mit Übelkeit und der Verdauung.
Steckbrief
- Botanischer Name
- Zingiber officinale
- Pflanzenfamilie
- Ingwergewächse (Zingiberaceae)
- Verwendeter Teil
- Rhizom (Wurzelstock)
- Charakteristische Inhaltsstoffe
- Gingerol, Shogaol (Scharfstoffe)
- Traditioneller Bezug
- Übelkeit, Verdauung
- Herkunft
- Süd- und Südostasien
Wirkung und Studienlage
Ingwer wird traditionell vor allem im Zusammenhang mit Übelkeit sowie mit der Verdauung verwendet. Der bekannteste Anwendungsbereich in der Erfahrungsheilkunde ist die Reise- und Schwangerschaftsübelkeit. Auch die entzündungsbezogenen Eigenschaften der Scharfstoffe sind Gegenstand der Forschung.
Zu Ingwer liegen wissenschaftliche Untersuchungen vor, deren Ergebnisse jedoch je nach Fragestellung unterschiedlich ausfallen und teils auf kleineren Studien beruhen. Für Ingwer als Nahrungsergänzung sind im Sinne der europäischen Health-Claims-Regeln keine gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen. Die Verwendung stützt sich daher wesentlich auf traditionelle Erfahrung.
Anwendung und Dosierung
Ingwer lässt sich vielseitig verwenden: als frische Wurzel, als Tee aus frischen oder getrockneten Scheiben, als Pulver oder in Form von Kapseln und Extrakten. Für einen Ingwertee werden einige Scheiben der frischen Wurzel mit heißem Wasser übergossen.
Eine allgemein gültige, wissenschaftlich abgeleitete Dosierung gibt es nicht. Bei standardisierten Präparaten ist die Verzehrempfehlung des Herstellers maßgeblich. In der Küche gilt Ingwer als unbedenkliches Gewürz.
Sicherheit und Wechselwirkungen
Als Gewürz und in üblichen Mengen gilt Ingwer als gut verträglich. Größere Mengen können bei empfindlichen Personen zu Sodbrennen oder Magenbeschwerden führen.
Da Ingwer einen Einfluss auf die Blutgerinnung haben soll, ist bei der Einnahme blutgerinnungshemmender Medikamente sowie vor Operationen Zurückhaltung geboten und eine ärztliche Rücksprache sinnvoll. In der Schwangerschaft wird Ingwer traditionell zwar bei Übelkeit verwendet, größere Mengen oder konzentrierte Präparate sollten dort jedoch nur nach ärztlicher Rücksprache eingesetzt werden.
Häufige Fragen
Einige Scheiben frische Ingwerwurzel mit heißem Wasser übergießen und einige Minuten ziehen lassen. Die Schärfe lässt sich über die Menge und die Ziehzeit steuern.
Ingwer soll die Blutgerinnung beeinflussen können. Bei blutverdünnenden Medikamenten und vor Operationen ist daher Zurückhaltung geboten und eine ärztliche Rücksprache sinnvoll.

Fachliche Prüfung
Prof. Dr. med. Dr. phil. Martin Hörning
Arzt, Professor i.R. und Mitbegründer von sanitas
Seit 40 Jahren beschäftigt er sich intensiv mit den Themen Prävention, Gesundheitsförderung, Achtsamkeit, Longevity und Naturheilverfahren. In Herstelle führt er eine kleine Privatpraxis.