Bioflavonoide

Stand: 6. Juli 2026 Herz & Kreislauf

Bioflavonoide, auch einfach Flavonoide genannt, sind eine große Gruppe natürlicher Pflanzenstoffe. In der Pflanze übernehmen sie unter anderem Schutzfunktionen und sind für viele der kräftigen Farben in Obst und Gemüse verantwortlich. Reich an Flavonoiden sind zum Beispiel Zitrusfrüchte, Beeren, Äpfel, Zwiebeln und Tee.

Für den Menschen sind Bioflavonoide vor allem wegen ihrer antioxidativen Eigenschaften von Interesse. Zu den bekanntesten Vertretern zählen Naringin aus der Grapefruit, Quercetin, Rutin und Hesperidin.

Steckbrief

Stoffgruppe
Sekundäre Pflanzenstoffe (Polyphenole)
Bekannte Vertreter
Naringin, Quercetin, Rutin, Hesperidin
Natürliche Quellen
Zitrusfrüchte, Beeren, Äpfel, Zwiebeln, Tee
Charakteristische Eigenschaft
Antioxidative Eigenschaften
Kategorie
Pflanzliche Begleitstoffe

Wirkung und Studienlage

Bioflavonoide werden intensiv wissenschaftlich untersucht, vor allem wegen ihrer antioxidativen Eigenschaften, also ihrer Fähigkeit, freie Radikale zu binden. In der Forschung werden Zusammenhänge mit Herz-Kreislauf-Gesundheit, Gefäßfunktion und Entzündungsgeschehen betrachtet.

Einzelne Vertreter stehen dabei besonders im Fokus. Naringin, der Bitterstoff der Grapefruit, wird im Zusammenhang mit Herz und Gefäßen erforscht. Für Flavonoide insgesamt gibt es Beobachtungen zu einer flavonoidreichen Ernährung und langfristiger Gesundheit. Wichtig zur Einordnung: Ein großer Teil dieser Forschung stammt aus Labor-, Tier- oder Beobachtungsstudien. Gesicherte, gesundheitsbezogene Wirkaussagen für Bioflavonoide als Nahrungsergänzung lassen sich daraus nicht ableiten.

Als gut belegt gilt vor allem, dass eine an Obst und Gemüse reiche Ernährung, die von Natur aus viele Flavonoide enthält, Teil einer gesundheitsförderlichen Lebensweise ist.

Anwendung und Dosierung

Bioflavonoide werden als Nahrungsergänzung häufig in Kombination mit Vitamin C angeboten, da beide natürlicherweise gemeinsam in Zitrusfrüchten vorkommen. Präparate liefern entweder einzelne Flavonoide oder ein breiteres Spektrum, etwa als Zitrus-Bioflavonoide.

Eine allgemein gültige, wissenschaftlich abgeleitete Dosierung gibt es nicht. Orientieren Sie sich an der Verzehrempfehlung des jeweiligen Produkts. Grundsätzlich lässt sich ein Großteil der Flavonoidzufuhr über eine abwechslungsreiche, pflanzenbetonte Ernährung decken.

Sicherheit und Wechselwirkungen

Über die Nahrung aufgenommene Bioflavonoide gelten als unbedenklich. Als Nahrungsergänzung in üblichen Mengen sind sie in der Regel gut verträglich.

Ein wichtiger Hinweis betrifft Naringin aus der Grapefruit: Grapefruit und ihre Inhaltsstoffe können die Verstoffwechselung bestimmter Medikamente beeinflussen und deren Wirkung verstärken oder abschwächen. Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten Sie die Anwendung grapefruithaltiger Präparate mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder in der Apotheke abklären.

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Häufige Fragen

Bioflavonoide sind eine große Gruppe sekundärer Pflanzenstoffe aus Obst und Gemüse. Sie geben vielen Pflanzen ihre Farbe und werden für ihre antioxidativen Eigenschaften erforscht. Bekannte Vertreter sind Naringin, Quercetin, Rutin und Hesperidin.

In Zitrusfrüchten kommen Vitamin C und Bioflavonoide natürlicherweise gemeinsam vor. Viele Produkte bilden diesen natürlichen Verbund nach. Ein eindeutiger, messbarer Zusatznutzen der Kombination gegenüber Vitamin C allein ist wissenschaftlich nicht abschließend belegt.

Ja, insbesondere Naringin aus der Grapefruit kann die Wirkung bestimmter Medikamente beeinflussen. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte grapefruithaltige Präparate ärztlich oder in der Apotheke abklären.

Portrait Prof. Dr. med. Dr. phil. Martin Hörning

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Prof. Dr. med. Dr. phil. Martin Hörning

Arzt, Professor i.R. und Mitbegründer von sanitas

Seit 40 Jahren beschäftigt er sich intensiv mit den Themen Prävention, Gesundheitsförderung, Achtsamkeit, Longevity und Naturheilverfahren. In Herstelle führt er eine kleine Privatpraxis.

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